DREI VERSUCHE ZUM THEMA.
1. Versuch
Frieden und Wohlstand für alle sind heute ferner denn je. Die Menschen können mit ihrem Reichtum nicht umgehen. Anstatt ihn zu teilen häufen sie ihn an, verwandeln ihn zu Geld und tragen es an die Börse, die internationale Mega-Spielhölle der zahllosen kleinen Zocker und der wenigen billionenschweren Finanzspekulanten, die global player. Die Wirtschaft verdörrt, das Gesundheitswesen schrumpft, die Renten und sozialen Leistungen verkümmern, weil der Geldfluss in der unfruchtbaren Wüste der Wertpapiermärkte versickert und versiegt.
Das Volk und sein Staat sind vollkommen machtlos weil sie einfach pleite sind. Sie sitzen in der Schuldenfalle der Kredithaie.
Wer kein Geld hat, kann auch keine Macht ausüben. Ob im Kleinen die verschuldete Familie oder im Großen die öffentliche Verwaltung. Die Macht liegt bei den Gläubigern, nicht bei den Schuldnern.
Eine Regierung gibt es folglich nur noch pro forma. Spätestens seit der Staat seine Machthebel verkauft hat, um Zinsen zu zahlen und weitere Verschuldungen aufzuschieben, hat er nichts mehr zu sagen. Indem er die Infrastruktur privatisierte, hat er die Macht im Lande vollständig in die Hände der Besitzenden gelegt. Und das sind nicht wie früher die Reichen und die Unternehmer sondern anonyme Kapitalgesellschaften.
Als Besitzer von Energie, Kommunikation, Transport und Verkehr (Strom, Telefon, Post, Bahn, Müll, Wasser und Straße) hatte das Volk etwas in der Hand gegenüber der freien Wirtschaft. Man war auf einander angewiesen. Auf Augenhöhe. Jetzt kann die Wirtschaft machen was sie will. Und da sie zu dumm ist an etwas anderes zu denken als an kurzfristige Profite, geht das ganze System jetzt immer schneller den Bach runter.
Der Rendite-Kapitalismus kann nur Waren produzieren. All die anderen gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Leistungen kann er nicht hervorbringen. Das Geld dafür kann im derzeitigen System aber fast nur auf dem Weg der Warenproduktion entstehen. Und da diese nicht mehr von Menschen sondern von Maschinen geleistet wird und obendrein zu mehr als der Hälfte vollkommen überflüssig ist, ja sogar ungeheure Umweltschäden verursacht, gibt es keinen Grund mehr, Menschen einzustellen und zu entlohnen. Bald stehen die Menschen, die die Maschinen gebaut haben, auf der Straße und können das entsprechende Endprodukt selbst nicht mehr kaufen.
Und da regt sich die Bildzeitung über einen so genannten Sozialschmarozzer in Florida auf, der von der Wohlfahrt lebt, während tausende von studierten Volkswirten Millionen Euro in die eigenen Taschen schieben, indem sie auf nutzloseste Weise riesige Geldmengen von einem Konto auf das nächste und übernächste verschieben, ohne dass dabei auch nur ein einziger Euro wirtschaftliche Wirkung erzeugt. Sie nennen sich Konzernbosse, Aufsichtsräte und Asset-Manager und bilden mit dem größten Teil der so genannten Finanzdienstleister das wahre wirtschaftliche Übel dieser Zeit. Wie vor 2000 Jahren die Geldhändler im Tempel von Jerusalem. Nur dass sich keiner traut ihre Tische umzuwerfen.
Und die Politiker betrügen das Volk auf noch schamlosere Weise als die Warenwerbung. Sie reden und labern und argumentieren und streiten, als ob es eine Lösung gäbe. Dabei wissen Sie, dass es in Zukunft immer mehr Arbeitslose geben wird, niemals weniger. Weil Kapital-Wirtschaft vom Wachstum abhängt und es Wachstum bald nicht mehr geben wird. Außer in der Umweltschädigung. Sie fordern mehr Kinder, ohne sagen zu können, wovon diese eines Tages leben sollen, geschweige denn Steuern und Rentenbeiträge zahlen. Sie schwelgen in Mitleid mit den kommenden Generationen, die die Schulden von heute erben, und wissen doch, dass es dem Volk bald völlig unmöglich ist, die jährliche Zinslast zu erwirtschaften, geschweige denn auch nur einen der Billionen geschuldeten Euros zurückzuzahlen. Wie kann man so unverschämt in die Welt hinein lügen?! Oder sind sie wirklich so idiotisch und hirnverbrannt wie sie tun?
Wer nicht sieht, dass wir auf dem Weg zurück sind ins Mittelalter, in die Besitzbarbarei,
der hat riesige Tomaten auf den Augen.
Ist angesichts dieser Tatbestände die Hinwendung auf die inneren Werte des Lebens nicht ein Luxus? Müsste man nicht erst einmal dafür sorgen, dass dem Volk bewusst wird dass es nach Strich und Faden verarscht wird wie noch nie? Ich glaube, beides gehört zusammen. Wenn es die inneren Werte nicht gäbe, dann bräuchte man auch nicht an den äußeren Bedingungen für ihre Verwirklichung zu sorgen. Wer den Wert des Lebens im innern erkannt hat, der wird erst recht für eine menschenwürdige Gestaltung der Gesellschaft sorgen wollen. Den größenwahnsinnigen Geldfetischisten können wir diese Aufgabe nicht überlassen. Im Gegenteil, man muss ihnen die Macht, also das Geld, das sie weder verdient haben noch benötigen noch sinnvoll zu investieren wissen, wegnehmen. Und das vom Volk erwirtschaftete Finanzkapital gehört unter die Macht des Volkes. Ohne dies bleibt die Behauptung wir hätten eine Demokratie eine demagogische Lüge.
Eine wahre Linkspartei schriebe sich dieses Ziel auf die Fahnen oder wenigstens in die Statuten.
Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz. Wer mit 40 noch links ist hat keinen Verstand.
So sagten die Weisen von einst. Ich sage Wer heute nicht links ist hat keines von beiden!
Wer seine soziale Verantwortung nicht erkennt, der leugnet den Ast auf dem er sitzt.
In meinen Büchern wird deutlich, dass auch die Finanzausbeuter von heute nur GANZ NORMALE KOMPLEXE (also ne mentale Macke) haben und mit ihrem Bewusstsein weit davon entfernt sind zu wissen, WAS ES HEISST EIN MENSCH ZU SEIN.
Sonst würden sie ihr eigenes und das gemeine Wohl nicht so dümmlich mit Füßen treten.
Sie wären kreativ mit der Gestaltung eines neuen Wirtschaftssystems beschäftigt, welches weder Kapitalismus noch Sozialismus noch Imperialismus wäre, sondern etwas ganz anderes, wirklich menschenwürdiges hervorbringt.
Der Begriff Soziale Marktwirtschaft musste geprägt werden, weil der Markt niemals von selbst sozial sein kann. Die Gesellschaft braucht den Staat als kraftvolles Korrektiv, zur sinnvollen Umverteilung von Macht und Wohlstand. Gebt also dem Markt, was des Marktes ist. Aber gebt auch dem Volk, was des Volkes ist. Also:
Sofortiger Zinserlass und langfristiger Schuldenerlass. Und das Geld, das an der Börse stagniert, im Kreis fließt oder vernichtet wird, zum Gemeinwohl in Umlauf bringen, für Bildung und Wissenschaft, Gesundheit und Altenpflege, Kultur, Sport und Unterhaltung.
Das ist die einzige Lösung. Und sie ist sogar möglich. Die Intelligenz dazu haben wir. Sie sitzt nur an den falschen Hebeln. Eben da wo derzeit überhaupt noch Wachstum herrscht. In der Hochtechnologie. Wären die Politiker und Finanzmagnaten nur halb so intelligent wie ihr Handy und die Ingenieure die es erfunden haben, dann wäre noch heute der Tag der Wende.
Das World Trade Center wurde ausgelöscht. Kriege werden geführt. Staaten sind ohne Oberhaupt und Regierung. Und was passiert? Nichts. Was passiert also, wenn der Staat aufhört Zinsen zu zahlen. Nichts. Außer Gutes. Also tut es!