Thomas ZACHARIAS
WAS ES HEISST EIN MENSCH ZU SEIN
Körper und Seele an sich selbst erfahren

Leseprobe hier: (27 Seiten - 900 KB):
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ZU MEINEN ZWEI BÜCHERN ZUM THEMA PSYCHE UND
GESELLSCHAFT
Als ich erkannte dass ich ein Neurotiker war und dass das heilbar ist, war ich zutiefst ergriffen und höchst begeistert. Ich sah Hoffnung für mein Eheglück, meine Eltern und Geschwister, für die Gesellschaft, ja für die Menschheit als ganze, weil sich mit der Neurose alle Leiden dieser Welt, alle Irrwege der Menschen und Völker erklären ließen. Nach den Erkenntnissen von Sigmund Freud und Willhelm Reich sind Lieblosigkeit, Unglück und Krankheit, Gewalt und Verbrechen, Rassismus, Faschismus und Krieg das Produkt massenhafter seelischer Missbildung und Verirrung, kulturbedingt und durch Erziehung unbewusst von Generation zu Generation weitergegeben und verewigt.
An mir selbst hatte ich erfahren, was seelische Heilung bedeutet und nun wollte ich es verkünden, in die Welt hinaus schreien, erklären und erläutern. Aufrufen und ermutigen zur Einkehr, zur Einsicht, zur persönlichen Entfaltung, zur Selbstverantwortung, eben zur humanistischen Weltrevolution. (Jesus-Komplex, eine harmlose Form von Psychopath.)
Jawohl! Das Wassermannzeitalter war angebrochen. Flowerpower, Rock and Roll, All you need is love! Aber bitte ohne Drogen! Völkerverständigung durch Sport und Weltfrieden dank Psychotherapie und gesunder Erziehung! Es war ein schöner Traum und für mich sicher die einzige Möglichkeit, die grausamen Seiten dieses Lebens erträglich zu machen. Der endlose Weltkrieg und die soziale Ungerechtigkeit bedrückten mich und ich wollte einen Beitrag zur Besserung leisten.
Inzwischen sind 20 Jahre vergangen. Anstatt Millionen habe ich nur 22.000 Bücher verkauft.
Allerdings im Selbstverlag, was nur wenigen Mitstreitern und Idealisten meiner Zeit gelungen ist. Vielen vielen Menschen ist meine Bemühung persönlich zugute gekommen. Aber der große Aufschwung des Humanismus ist ausgeblieben.
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Aktuelles VORWORT zu dem 1985 erschienenen Buch...:
Es wäre schlimm, wenn ich in all den Jahren nichts dazu gelernt und nicht zu dem einen oder anderen Thema meine Einstellung geändert hätte. Und so beantworte ich die Kernfrage Vererbung oder Beeinflussung heute etwas anders. Vieles was ich für eine Folge der frühkindlichen Erfahrung hielt, ist vielleicht doch eher genetisch vererbt. Vor allem tut man den Homosexuellen Unrecht, wenn man sie als Opfer verirrter Erziehung betrachtet. Es ist sicher nicht nur wahr sondern auch wesentlich sinnvoller, Homosexualität als eine Spielart der Natur anzusehen und zu achten, ja zu lieben, als für anerzogen und von oben herab für heilbar zu erklären.
Als Tatsache stellt sich mir heute dar, dass die persönliche Geschichte und die persönliche Veranlagung de facto zwar übereinstimmen. Damit ist aber nicht geklärt, was jeweils Ursache und was Wirkung ist. Ein zur Gewalttätigkeit veranlagtes Kind provoziert auch gewalttätige Reaktionen in seinem Umfeld. Wer da Opfer, wer Täter ist, lässt sich kaum ermitteln. Wenn Eltern ihre unerwünschten Neigungen vererben, ist es nicht verwunderlich, dass es mit den Kindern zum Konflikt kommt. Dieser ist dann aber eher Folge von als Ursache für konfliktive Kinder. So bekämpfen Eltern in ihren Kindern ihr eignes Unwesen und rufen es dadurch ohne zu wollen und zu wissen erst recht hervor.
Letztendlich, so will mir scheinen, ist eine Unterscheidung einfach müßig, weil es doch nur um eines geht: Sich in aller Gründlichkeit selbst zu erkennen, um aus der Opfer-Rolle in die Autoren-Rolle hineinzuwachsen. Ich bin, als das was ich bin, für das was ich fühle, denk und tu alleine verantwortlich. So wie ich bin hat Gott mich geschaffen, ob über die Gene oder über die Umwelt, die Natur oder die Geschichte. So wollte er mich haben und so muss ich mich kennen und führen lernen. Dazu bin ich hier auf Erden angetreten. So steht jeder , ob er will oder nicht vor der Frage Wer bin ich?.