MEINE ERFINDUNGEN
Man sagt „Not macht erfinderisch.“ Und der Alltag scheint mir bei allen Fortschritten des vergangenen Jahrhunderts noch immer voller Nöte und Notwendigkeiten. Vor allem weil ich im Grunde faul bin und die Bequemlichkeit liebe. Das Praktische begeistert mich, weil es Zeit spart, Kraft und Mühe und viele andre Unannehmlichkeiten verringert oder gar erübrigt.
Meine erste Erfindung machte ich schon als kleiner Junge beim Autorwaschen: eine Kombination aus Bürste und Dusche, wie sie heute Gang und Gäbe ist. Wenn meine Eltern damals auf mich gehört hätten, anstatt mich wegen meiner Arbeitsunlust zu verhöhnen, wäre ich als junger Mann schon Millionär geworden.
Später habe ich mit meinem Hochsprunglattenersatz-Gerät (Zacharias-„Latte“), mit meiner Übungshürde, mit der ersten durchorganisierten Sporttasche der Welt („Check-In“), einem Schienbeinschutz für Fußballer und Hockeyspieler und diversen anderen Sportunterrichtshilfen meine Existenz gesichert.
Ich bin nicht so anmaßend mich mit den großen Erfindern messen zu wollen: Fernrohr und Mikroskop, Stromerzeugung, Glühbirne, Elektromotor, Ottomotor, Kühlschrank, Fotographie und EDV wären mir nicht eingefallen. Aber Staubsauger, Wasch-, Kaffee- und Spülmaschine, Klospülung, Klappsofa, Toaster und Klettverschluss sind genial weil so einfach, dass jeder denkt, da hätte er auch selbst drauf kommen können. Und das begeistert mich genau so wie die Leistungen der wirklichen Genies.
Der Erfinder ist nicht schöpferisch. Kreativität würde seinen Geist verwirren und die Tatsachen verschleiern. Das ist das Kreuz mit den Designern. Sie verschönern nur aber verbessern nichts.
Der Erfinder sieht die Probleme, ja er sucht sie förmlich auf Schritt und Tritt, und will sich nicht mit ihrer scheinbaren oder angeblichen Unlösbarkeit abfinden. Er sieht die Mängel und Fehler im Status quo, leidet darunter und ärgert sich, dass die anderen Menschen sich einfach unkritisch oder sogar klagend damit abfinden, anstatt ihren Grips anzustrengen. Also setzt er sich hin, grübelt und kritzelt, oder stellt sich hin und bastelt und probiert mit Leidenschaft und Verbissenheit, bis zum erlösenden „Heureka“!
In meinen Schubladen haben sich ein paar dutzend praktischer Ideen angesammelt, die es wert wären, realisiert zu werden. Der Aufwand sie zu schützen lohnt sich nach meiner Erfahrung nicht. Wenn ein Hersteller ein neues Produkt lancieren will, muss er den Markt damit überschwemmen, bevor andere es illegal kopieren, oder unter geschickter Umgehung der Schutzwerte ganz legal etwas ähnliches produzieren. Oft wird der Wert einer Erfindung von der Konkurrenz sowieso erst erkannt, wenn das Produkt sich auf dem Markt durchgesetzt hat.
Hersteller im Bereich Haushaltsgeräte, Ausstattung, Sportartikel, die nach neuen Ideen suchen, sollten mich kontaktieren. Oft habe ich zündende Einfälle erst, wenn ich die Herstellungs-Möglichkeiten sehe.
Als ängstlicher Mensch habe ich einen ausgeprägten Spürsinn für Gefahren und so habe ich z.B. auch für die Verkehrssicherheit an Fahrzeugen und Straße einige lebensrettende Vorschläge zu machen.
Als Beispiel für meine Effizienz hier meine Lösung gegen das Fernbedienungschaos. Vor meinem Sofa stehen zwei Fernseher, zwei Sateliten-Empfänger, Rekorder, Kamera und Stereo-Anlage. Das ist nur zu managen, weil ich alle Bedienungselemente mit Klett-Bändern auf einem dünnen Parkettbrett befestigt habe. Mit etwas Übung gelingt es, Befehle zu geben ohne hinzusehen. Auf einer Kombi-Bedienung muss man zuerst das Gerät anwählen, was ständig zu Irrtümern führt und für Verwirrung sorgt. Bei mir geschieht alles buchstäblich im Handumdrehen.

Wenn ein Hersteller damit auf den Markt will, sollte er so fair sein, mich zu beteiligen. Und dann würden wir das ganze natürlich noch eleganter gestalten.
Hier bald mehr.